Bericht des Aufsichtsrats

  • Dr. Manfred Bischoff , Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Dr. Manfred Bischoff , Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, im Geschäftsjahr 2012 trat der Aufsichtsrat zu sieben Sitzungen zusammen und befasste sich eingehend mit der operativen und strategischen Entwicklung Ihres Unternehmens.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2012 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens kontinuierlich beraten und überwacht. Zahlreiche seiner Zustimmung unterworfene Geschäftsvorfälle, zum Beispiel Investitions- und Personalplan, Eigenkapitalmaßnahmen in Konzerngesellschaften, Investitionen und De-Investitionen sowie Vertragsabschlüsse von besonderer Bedeutung für das Unternehmen, hat der Aufsichtsrat nach sorgfältiger Prüfung und Beratung beschlossen. Der Aufsichtsrat hat darüber hinaus geprüft, ob beispielsweise der Risikobericht, die Finanzberichterstattung, der Jahresabschluss und der Konzernabschluss den Anforderungen entsprechen. Ferner hat der Vorstand den Aufsichtsrat über eine Vielzahl nicht zustimmungspflichtiger Geschäfte informiert und diese mit ihm diskutiert, so zum Beispiel die Weiterentwicklung der strategischen Programme in den einzelnen Geschäftsfeldern und den Stand verschiedener Kooperationsvorhaben. Der Aufsichtsrat hat die Informationen und Bewertungen, die für seine Entscheidungen beziehungsweise für seine Vorschläge maßgeblich waren, gemeinsam mit dem Vorstand erörtert. Die Aufsichtsratssitzungen wurden regelmäßig in getrennten Gesprächen der Arbeitnehmervertreter und der Anteilseignervertreter mit den Mitgliedern des Vorstands vorbereitet. Grundsätzlich nimmt der Vorstand an den Sitzungen des Aufsichtsrats teil. Der Aufsichtsrat hat zusätzlich eine Executive Session in jeder Aufsichtsratssitzung eingerichtet, um Themen in Abwesenheit des Vorstands zu besprechen.

Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat im abgelaufenen Geschäftsjahr an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen. Der Aufsichtsratsvorsitzende wurde vom Vorstandsvorsitzenden regelmäßig über alle wesentlichen operativen Entwicklungen sowie Personalmaßnahmen und Ernennungen informiert.

Die Geschäftstätigkeit bei Daimler hat sich im Jahresverlauf 2012 weiterhin erfolgreich entwickelt, Konzernabsatz und -umsatz sind deutlich gestiegen. Das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft lag mit 8,1 Mrd. € auf einem guten Niveau. Im Berichtsjahr hat das Unternehmen entsprechend der strategischen Planung seine internationale Präsenz mit der Eröffnung der Werke in Ungarn und Indien, der Geschäftsaufnahme unseres Lkw-Joint-Ventures in China sowie den Erweiterungsinvestitionen in unserem Pkw-Joint-Venture in Peking und in unserem Werk in Tuscaloosa, USA, erheblich ausgeweitet. Damit wurden weitere Schritte vollzogen, das Unternehmen regional ausgewogen aufzustellen. Die überproportionalen Absatz- und Umsatzsteigerungen in Asien und den NAFTA-Ländern sind Beleg für eine konsequente Regionalstrategie und verringern die Abhängigkeit von den Entwicklungen in Westeuropa. Der Aufsichtsrat unterstützt diese Strategie, mit der die künftige Wettbewerbsfähigkeit und -stellung von Daimler gestützt werden, ausdrücklich. Die zusätzlichen Aufwendungen zum Ausbau des Produktportfolios und der Produktionsstandorte haben sich entsprechend auf die wirtschaftlichen Kennzahlen des Jahres 2012 ausgewirkt.

Für die Arbeit des Aufsichtsrats stellte sich im gesamten Geschäftsjahr 2012 die Frage nach der Planbarkeit und Stabilität der weiteren Entwicklungen. Das ökonomische Umfeld war und ist insgesamt durch große Unsicherheit geprägt. Die allgemeinen weltwirtschaftlichen Perspektiven und insbesondere die Situation an den Finanzmärkten waren durch erhebliche Risiko- beziehungsweise Unsicherheitsfaktoren dominiert. Aufmerksam beobachtet wurden von Vorstand und Aufsichtsrat auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Schlüsselmarkt China.

Durch die Stützungsmaßnahmen auf europäischer Ebene konnte ein Zerfall der Eurozone verhindert werden. Allerdings bedarf es weiterer Maßnahmen auf europäischer Ebene, vor allem aber der erforderlichen Strukturreformen in den von der Staatsschuldenkrise betroffenen Ländern zur Wiederherstellung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit, um die Krise zu überwinden.

Der Aufsichtsrat hat sich im Einzelnen auch mit den Ursachen der Aktienkursentwicklung befasst und mit dem Vorstand ausführlich Vorschläge sowie die erwarteten Wirkungen der strategischen Vorhaben auf die Kursentwicklung diskutiert. Zusätzlich zu den üblichen wirtschaftlichen Kennzahlen unterrichtete der Vorstand den Aufsichtsrat fortlaufend über wichtige Themen, wie zum Beispiel:

  • die Rentabilität insbesondere des Eigenkapitals und die Liquiditätssituation des Unternehmens,
  • das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem einschließlich Compliance,
  • die besondere Entwicklung auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten sowie
  • die allgemeine wirtschaftliche Situation in den Hauptabsatzmärkten und die Entwicklungen im Finanzdienstleistungsbereich.

Außerdem hat der Aufsichtsrat die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung einschließlich der Finanz-, Investitions-, Absatz- und Personalplanung, Entwicklungen bei Konzerngesellschaften, Umsatzentwicklung und Lage der Gesellschaft sowie die weitere Umsetzung der Maßnahmen zur Sicherstellung einer zukunftsweisenden, nachhaltigen Mobilität behandelt. Letztere auch unter Berücksichtigung gegenwärtiger und künftiger Anforderungen unter dem Stichwort »Digital Life« mit besonderem Bezug zu den Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens. Diesen über das operative Geschäft hinausgehenden Themen widmete sich der Aufsichtsrat in engem Austausch mit dem Vorstand und besonders intensiv in einem zweitägigen Strategieworkshop Ende September 2012.

Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Sämtliche Mitglieder des Vorstands nahmen an allen Sitzungen des Aufsichtsrats teil. Diese waren geprägt von einem intensiven und offenen Austausch zur Lage des Unternehmens, zur Entwicklung der Geschäfts- und Finanzlage, zu grundsätzlichen Fragen der Unternehmenspolitik und -strategie sowie zu bestehenden Entwicklungschancen in wichtigen Wachstumsmärkten. Abweichungen von den Planungen wurden dem Aufsichtsrat vom Vorstand eingehend erläutert. Die Aufsichtsratsmitglieder bereiteten sich auf anstehende Beschlüsse über zustimmungspflichtige Geschäftsvorhaben regelmäßig anhand von Unterlagen vor, die der Vorstand vorab zur Verfügung gestellt hatte. Sie wurden dabei von den jeweils zuständigen Ausschüssen unterstützt und diskutierten die zur Entscheidung anstehenden Maßnahmen und Geschäfte mit dem Vorstand. Ferner unterrichtete der Vorstand den Aufsichtsrat anhand schriftlicher Monatsberichte und quartalsweiser Risikoberichte über die wichtigsten wirtschaftlichen Kennzahlen und Risiken und legte dem Aufsichtsrat die Zwischenfinanzberichte vor. Über besondere Vorgänge wurde der Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungen in Kenntnis gesetzt. In sachlich gerechtfertigten Einzelfällen wurde der Aufsichtsrat in Abstimmung mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden um schriftliche Beschlussfassung gebeten. Zusätzlich informierte der Vorstandsvorsitzende den Aufsichtsratsvorsitzenden in regelmäßigen Gesprächen über wichtige Entwicklungen und stimmte mit ihm anstehende Entscheidungen ab.

Themen der Aufsichtsratstätigkeit im Jahr 2012. In einer Sitzung im Februar 2012 wurden im Beisein von Vertretern des Abschlussprüfers die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2011 sowie der Gewinnverwendungsvorschlag an die Hauptversammlung 2012 erörtert. Die vorläufigen Kennzahlen zum Geschäftsjahr 2011 wurden in der Jahrespressekonferenz am 9. Februar 2012 veröffentlicht.

In einer weiteren Sitzung im Februar 2012 behandelte der Aufsichtsrat den jeweils vom Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss der Gesellschaft, Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern, die Berichte des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats, den Corporate Governance Bericht und den Vergütungsbericht sowie den Gewinnverwendungsvorschlag. Zur Vorbereitung standen den Aufsichtsratsmitgliedern umfangreiche Unterlagen, teilweise im Entwurf, zur Verfügung, unter anderem der Geschäftsbericht mit dem Konzernabschluss nach IFRS, dem zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern sowie dem Corporate Governance Bericht und dem Vergütungsbericht, der Jahresabschluss der Daimler AG, der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands sowie die Prüfungsberichte der KPMG für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der Daimler AG jeweils einschließlich des zusammengefassten Lageberichts sowie Entwürfe der Berichte des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses.

Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben diese Unterlagen eingehend behandelt und im Beisein des Abschlussprüfers, der über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtete und für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung stand, intensiv erörtert. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prüfung schloss sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an, stellte fest, dass Einwendungen nicht zu erheben waren, und billigte die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht. Damit war der Jahresabschluss 2011 der Daimler AG festgestellt. Auch hat der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns zugestimmt und den Bericht des Aufsichtsrats, den Corporate Governance Bericht und den Vergütungsbericht in der vorliegenden Fassung verabschiedet. Ferner hat der Aufsichtsrat seine Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung 2012 verabschiedet. Darüber hinaus informierte sich der Aufsichtsrat über den Stand der Einführung eines neuen, dem Kapitalmarkttrend angepassten Pensionsplans und erteilte die Zustimmung zu Kapitalzuführungen zum deutschen Pensionsplanvermögen.

Abschließend behandelte der Aufsichtsrat Vorstandsvergütungsthemen und genehmigte die in der Sitzung vorgestellten sonstigen Mandate und Nebentätigkeiten der Vorstandsmitglieder.

Im März befasste sich der Aufsichtsrat mit einer Vereinbarung zur Verlängerung der Laufzeit des Deferred Prosecution Agreements mit dem Department of Justice der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Verlängerung bis zum 31. Dezember 2012 wurde zugestimmt, um eine weitgehende Anpassung der Laufzeit an die Dauer des Mandats des Monitors zu ermöglichen und um die Implementierung weiterer Verbesserungen der Compliance Systeme zu gewährleisten.

Im April fanden zwei Sitzungen des Aufsichtsrats statt. In der ersten Sitzung im Anschluss an die Hauptversammlung wählte der Aufsichtsrat sein zuvor von der Hauptversammlung wiedergewähltes Mitglied Dr. Clemens Börsig erneut in den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

In der zweiten Sitzung im April 2012 wurde Dr. Wolfgang Bernhard mit Wirkung vom 1. März 2013 für weitere fünf Jahre zum Mitglied des Vorstands, verantwortlich für das Ressort »Produktion und Einkauf Mercedes-Benz Cars & Mercedes-Benz Vans«, bestellt. Weiterhin befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Geschäftsverlauf und den Ergebnissen des ersten Quartals sowie mit Statusberichten zu Daimler Trucks und Daimler Buses und informierte sich über die speziellen Aktivitäten des Unternehmens zur Förderung der Integrität. Außerdem erteilte der Aufsichtsrat seine Zustimmung zur Umwandlung von Gewinnrücklagen brasilianischer Konzerngesellschaften in Grundkapital und genehmigte die Vornahme von Eigenkapitalmaßnahmen bei Mercedes-Benz Auto Finance Ltd. in China und Mercedes-Benz Leasing China.

Zusätzlich zur Erörterung des Geschäftsverlaufs und der Ergebnisse im zweiten Quartal informierte sich der Aufsichtsrat in seiner Sitzung im Juli über das Generationenmanagement und die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf die Altersstruktur der Belegschaft. Weiterhin befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Status der Kooperation von Daimler und BYD Auto Co. Ltd. im Gemeinschaftsunternehmen BYD Daimler New Technology Co., Ltd. Zudem informierte sich der Aufsichtsrat über die aktuelle Entwicklung des Joint Ventures Beijing Foton Daimler Automotive sowie den Stand der strategischen Kooperation mit BAIC und genehmigte eine Anteilserhöhung bei Mercedes-Benz (China) Ltd. Außerdem behandelte der Aufsichtsrat einen Sachstandsbericht zu EADS und die in diesem Zusammenhang avisierte Veräußerung von 7,5 % der EADS-Anteile an die KfW Bankengruppe und bestätigte das weitere Engagement in der Formel 1. In derselben Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat auch mit den Themen für den bevorstehenden Strategieworkshop.

Während des zweitägigen Strategieworkshops im September informierte sich der Aufsichtsrat wie in jedem Jahr eingangs über den Stand der Umsetzung der vom Vorstand in den Vorjahren aufgezeigten strategischen Ziele der Daimler AG und der Geschäftsfelder. Vor dem Hintergrund der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen diskutierte der Aufsichtsrat dabei den Umsetzungsstand der initiierten Vorhaben der einzelnen Geschäftsfelder, die Positionierung des Unternehmens und seiner Geschäftsfelder im Wettbewerb sowie die Marken- und Produktstrategie.

Zusätzliche Schwerpunkte des Strategieworkshops waren:

  • weitere Wachstumschancen in den unterschiedlichen Märkten,
  • Wettbewerbsanalysen,
  • Marketingstrategie, Produktstrategie und Preisstrategie,
  • die neuesten Trends im Kundenverhalten auch im Hinblick auf künftige Entwicklungen urbaner Mobilität und bei der Nutzung moderner Medien und sozialer Netzwerke,
  • die gesamte Technologie- und Marktstrategie zur Sicherstellung nachhaltiger Mobilität,
  • die technologische Entwicklung bei Verbrennungsmotoren, insbesondere weitere Verbesserungen bei den CO2-Emissionen,
  • elektrische Antriebe, Hybridantriebe und wasserstoffbetriebene Antriebe,
  • das Design der Mercedes-Benz Pkw, Konnektivität im Fahrzeug, autonomes Fahren und Digital Life im Konzern,
  • die Implementierung flexibler Produktions- und Beschaffungsnetzwerke sowie Werkserweiterungen und neue Standorte,
  • die Beschäftigungsentwicklung, Personalplanung und Rekrutierung weltweit,
  • die aktuellen Entwicklungen in Sachen Integrität sowie der aktuelle Stand und künftige Herausforderungen der Compliance und
  • sonstige strategische Themen.

Im Oktober beschäftigte sich der Aufsichtsrat erneut mit der geplanten Veräußerung von 7,5 % EADS-Anteilen und genehmigte diese. Im November stimmte der Aufsichtsrat einer Erhöhung des Refinanzierungsrahmens 2012 für mittel- und längerfristige Fremdkapitalaufnahmen zu. Ebenfalls im November erteilte der Aufsichtsrat der Änderung der Aktionärs- und Führungsstruktur der EADS seine Zustimmung.

In der Sitzung im Dezember 2012 entschied der Aufsichtsrat, den Vorstand zu erweitern und Hubertus Troska mit Wirkung ab dem 13. Dezember 2012 für die Dauer von drei Jahren entsprechend der Festlegung für Erstbestellungen, d.h. bis zum 31. Dezember 2015, zum Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für das neu geschaffene Ressort »Greater China«, zu ernennen. Troska übernahm mit dieser Entscheidung die Funktionen des CEO und Chairman der Daimler Northeast Asia und ist seither verantwortlich für alle strategischen und operativen Aktivitäten von Daimler in China. Mit der Entscheidung, einen Vorstandsposten für den weltweit größten Fahrzeugmarkt einzurichten, unterstrich der Aufsichtsrat die strategische Bedeutung Chinas in Anerkennung des erheblichen Potenzials für nachhaltiges Wachstum und den kontinuierlichen Ausbau der Geschäftsaktivitäten.

Zudem wurde im Dezember Andreas Renschler mit Wirkung vom 1. Oktober 2013 für die Dauer von fünf Jahren, d.h. bis zum 30. September 2018, bei unverändertem Verantwortungsbereich erneut zum Vorstandsmitglied bestellt. Des Weiteren beschlossen die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat bereits in dieser Sitzung, der Hauptversammlung vorzuschlagen, Andrea Jung mit Wirkung ab Beendigung der Hauptversammlung am 10. April 2013 bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2017 beschließt, in den Aufsichtsrat zu wählen. Weiterhin behandelte der Aufsichtsrat auf Basis einer umfassenden Dokumentation eingehend die Operative Planung für die Jahre 2013 und 2014. Dabei diskutierte er bestehende Chancen und Risiken sowie das Risikomanagement des Unternehmens.

Anschließend genehmigte der Aufsichtsrat den Erwerb von Beteiligungen und informierte sich unter dem Titel »Cyber Security« über Maßnahmen des Unternehmens zur Abwehr von Hackerangriffen und zum Schutz von Kundendaten. In diesem Zusammenhang befasste er sich mit Fragen der Informationssicherheit insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Vernetzung von Fahrzeugen.

Weitere Gegenstände der Dezember-Sitzung bildeten Corporate Governance Angelegenheiten, wie nachfolgend näher ausgeführt, und Vorstandsvergütungsthemen.

Corporate Governance. Im Verlauf des Geschäftsjahres 2012 befasste sich der Aufsichtsrat kontinuierlich mit den Standards guter Corporate Governance. Dies geschah auch vor dem Hintergrund, dass die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex im Mai 2012 einige Anpassungen für börsennotierte Unternehmen beschlossen hat, nachdem es im Jahr 2011 keine Anpassungen des Kodex gegeben hatte.

Wichtiger Garant für die effektive Zusammenarbeit im Aufsichtsrat im Sinne guter Corporate Governance ist neben der im Vordergrund stehenden fachlichen Expertise auch eine der Größe und der Internationalität des Unternehmens angemessene Vielfalt der Mitglieder in Bezug auf Nationalität, Geschlecht, ethnische Herkunft und Erfahrungshintergrund. Wahlvorschläge des Aufsichtsrats für die Wahl von Anteilseignervertretern, für die der Nominierungsausschuss Empfehlungen unterbreitet, berücksichtigen die vom Aufsichtsrat nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex benannten Ziele, unter anderem in Bezug auf angemessene Internationalität und eine angemessene Berücksichtigung von Frauen. Hinsichtlich der angemessenen Berücksichtigung von Frauen orientiert sich der Aufsichtsrat am Ziel des Unternehmens, den Frauenanteil bei den leitenden Führungskräften bis zum Jahr 2020 schrittweise auf 20 % zu steigern. Der Aufsichtsrat hatte bereits im Jahr 2011 einen Frauenanteil von 20 % auf der Seite der Anteilseignervertreter erreicht, der sich entsprechend dem Wahlvorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung 2013 mit Andrea Jung auf 30 % erhöhen würde. Auf Arbeitnehmerseite sind zum 31. Dezember 2012 noch keine Frauen vertreten. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat werden alle fünf Jahre neu gewählt. Die nächsten Aufsichtsratswahlen, in denen auch mehrere Frauen nominiert sind, stehen für März 2013 an.

Aufsichtsratsmitglieder der Daimler AG sind verpflichtet, Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern der Daimler AG oder bei sonstigen Dritten entstehen können, dem Gesamtgremium offenzulegen. Im Geschäftsjahr 2012 hat es keine Hinweise auf Interessenkonflikte gegeben.

In seiner Sitzung im Dezember hat der Aufsichtsrat die bereits vor Inkrafttreten der Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 15. Mai 2012 in seiner Geschäftsordnung verankerte Zielvorgabe für die Zahl unabhängiger Anteilseignervertreter aufgrund der Neufassung des Kodex eingehend erörtert und bestätigt. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat in dieser Sitzung unter Beachtung der Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex die Zielvorgabe für die Berücksichtigung potenzieller Interessenkonflikte bei seiner Zusammensetzung differenziert. Mangels Einflusses auf die Besetzung der Arbeitnehmerseite hat sich der Aufsichtsrat dabei auf entsprechende Zielvorgaben für die Anteilseignerseite beschränkt. Zudem wurde in dieser Sitzung, wie bereits erwähnt, der Beschluss gefasst, der Hauptversammlung 2013 Andrea Jung zur Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. Ebenfalls in der Sitzung im Dezember hat der Aufsichtsrat die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse aktualisiert beziehungsweise redaktionell angepasst und gemäß § 161 AktG die Entsprechenserklärung 2012 zum Deutschen Corporate Governance Kodex verabschiedet. Mit den dort erläuterten Ausnahmen wurde und wird allen Empfehlungen des Kodex entsprochen.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2012 eine extern moderierte Effizienzüberprüfung durchführen lassen und erfüllt damit die Anforderung zur Durchführung einer regelmäßigen Effizienzprüfung im Sinne seiner Geschäftsordnung und des Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Ergebnisse aus der Effizienzprüfung, mit denen sich der Aufsichtsrat in seiner Sitzung Ende Februar 2013 intensiv befasste, lassen auf eine sehr gute Zusammenarbeit innerhalb des Aufsichtsrats und mit dem Vorstand schließen. Grundsätzlicher Handlungs- oder Veränderungsbedarf hat sich nicht gezeigt, vielmehr wurden einzelne Anregungen gegeben, die umgesetzt werden.

Die Corporate Governance bei Daimler wird im Corporate Governance Bericht und im Vergütungsbericht des Geschäftsberichts ausführlich erläutert.

Bericht über die Arbeit der Ausschüsse

Der Präsidialausschuss ist im vergangenen Geschäftsjahr zu vier Sitzungen zusammengekommen. Dabei behandelte er insbesondere Corporate Governance Themen und Vergütungsfragen sowie Personalangelegenheiten des Vorstands. Wie in den Vorjahren bildeten Compliance-Ziele einen Teil der individuellen Zielvereinbarungen der Vorstandsmitglieder. Erstmalig wurden auch weitere nicht-finanzielle Zielvorgaben als Bemessungsgrundlage herangezogen. Für das vergangene Geschäftsjahr war dies die vertiefte Etablierung der Prinzipien des UN Global Compact im Unternehmen.

Der Prüfungsausschuss trat im Jahr 2012 zu sechs Sitzungen zusammen. Einzelheiten sind dem gesonderten Bericht dieses Ausschusses zu entnehmen. 

Der Nominierungsausschuss hat im Geschäftsjahr 2012 in zwei Sitzungen unter anderem Empfehlungen für die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung 2013 erarbeitet. Der Wahlvorschlag berücksichtigt neben der für das konkrete Mandat definierten Qualifikation die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Der nach dem deutschen Mitbestimmungsgesetz obligatorische Vermittlungsausschuss hatte wie in den Vorjahren auch im Geschäftsjahr 2012 keinen Anlass, tätig zu werden.

Die Ausschussvorsitzenden unterrichteten die Mitglieder des Aufsichtsrats über die Aktivitäten der Ausschüsse und etwaige Entscheidungen in der jeweils nächsten Aufsichtsratssitzung.

Personalia des Aufsichtsrats. Mit Wirkung ab Beendigung der Hauptversammlung am 4. April 2012 wurde Dr. Clemens Börsig als Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat wiedergewählt. Zudem entschied der Aufsichtsrat im Dezember, der Hauptversammlung 2013 vorzuschlagen, Andrea Jung mit Wirkung ab Beendigung der Hauptversammlung am 10. April 2013 bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2017 beschließt, als Vertreterin der Anteilseigner in den Aufsichtsrat zu wählen. Ende Februar 2013 beschloss der Aufsichtsrat den Vorschlag an die Hauptversammlung, Sari Baldauf und Dr. Jürgen Hambrecht mit Wirkung ab Beendigung der Hauptversammlung am 10. April 2013 bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2017 beschließt, erneut als Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat zu wählen. Die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung beruhten auf entsprechenden Empfehlungen des Nominierungsausschusses.

Personalia des Vorstands. In der Aufsichtsratssitzung im April 2012 wurde Dr. Wolfgang Bernhard, wie oben erwähnt, mit Wirkung vom 1. März 2013 für weitere fünf Jahre zum Mitglied des Vorstands, verantwortlich für das Ressort »Produktion und Einkauf Mercedes-Benz Cars & Mercedes-Benz Vans«, bestellt. In der Sitzung im Dezember 2012 entschied der Aufsichtsrat, den Vorstand zu erweitern und Hubertus Troska mit Wirkung ab dem 13. Dezember 2012 für die Dauer von drei Jahren, d.h. bis zum 31. Dezember 2015, zum Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für das Ressort »Greater China«, zu ernennen. Mit Berufung von Hubertus Troska wurde der Vorstand auf acht Mitglieder erweitert. Zudem wurde Andreas Renschler mit Wirkung vom 1. Oktober 2013 erneut zum Vorstandsmitglied für die Dauer von weiteren fünf Jahren, d.h. bis zum 30. September 2018, bei unveränderter Verantwortung bestellt.

In der Aufsichtsratssitzung am 21. Februar 2013 wurde Dr. Dieter Zetsche mit Wirkung vom 1. Januar 2014 für weitere drei Jahre als Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars bestellt. Ebenfalls in dieser Sitzung wurde Prof. Dr. Thomas Weber mit Wirkung vom 1. Januar 2014 für die Dauer von weiteren drei Jahren zum Vorstandsmitglied der Daimler AG, verantwortlich für das Ressort »Konzernforschung & Mercedes-Benz Cars Entwicklung« bestellt. Mit Wirkung zum 1. April 2013 wird Andreas Renschler das Ressort »Produktion und Einkauf Mercedes-Benz Cars & Mercedes-Benz Vans« übernehmen. Gleichzeitig übernimmt Dr. Wolfgang Bernhard ebenfalls ab dem 1. April 2013 das Ressort »Daimler Trucks«.

Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2012. Der Jahresabschluss der Daimler AG und der für die Daimler AG und den Konzern zusammengefasste Lagebericht 2012 sind ordnungsgemäß von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Dies gilt auch für den nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss 2012.

Im Beisein von Vertretern des Abschlussprüfers wurden in einer Sitzung Anfang Februar 2013 die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2012 sowie der Gewinnverwendungsvorschlag an die Hauptversammlung 2013 erörtert. Die vorläufigen Kennzahlen zum Geschäftsjahr 2012 wurden in der Jahrespressekonferenz am 7. Februar 2013 veröffentlicht.

In der bereits erwähnten Sitzung Ende Februar 2013 behandelte der Aufsichtsrat den jeweils vom Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss der Gesellschaft, Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern, die Berichte des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats, den Corporate Governance Bericht und den Vergütungsbericht sowie den Gewinnverwendungsvorschlag. Zur Vorbereitung standen den Aufsichtsratsmitgliedern umfangreiche Unterlagen, teilweise im Entwurf, zur Verfügung, unter anderem der Geschäftsbericht mit dem Konzernabschluss nach IFRS, dem zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern sowie dem Corporate Governance Bericht und dem Vergütungsbericht, der Jahresabschluss der Daimler AG, der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands sowie die Prüfungsberichte der KPMG für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der Daimler AG jeweils einschließlich des zusammengefassten Lageberichts sowie Entwürfe der Berichte des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses.

Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben diese Unterlagen eingehend behandelt und im Beisein des Abschlussprüfers, der über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtete und für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung stand, intensiv erörtert. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prüfung schloss sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an, stellte fest, dass Einwendungen nicht zu erheben waren, und billigte die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht. Damit war der Jahresabschluss 2012 der Daimler AG festgestellt. Auch hat der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns zugestimmt und den Bericht des Aufsichtsrats, den Corporate Governance Bericht und den Vergütungsbericht in der vorliegenden Fassung verabschiedet. Ferner hat der Aufsichtsrat seine Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung 2013 verabschiedet.

Dank. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gesellschaften des Daimler-Konzerns und der Unternehmensleitung für ihren persönlichen Beitrag zum erfolgreichen Geschäftsjahr 2012. Besonderer Dank gilt dem im Juni ausgeschiedenen, langjährigen Aufsichtsratsmitglied Stefan Schwaab, der das Unternehmen über viele Jahre mit besonderem persönlichen Engagement eng begleitet hat.

Stuttgart, im Februar 2013

Der Aufsichtsrat

 

Dr. Manfred Bischoff
Vorsitzender