Integrität und Compliance

Daimler will anständig Geschäfte machen, und zwar im doppelten Sinn des Wortes: Unser Ziel ist es, wirtschaftlich erfolgreich zu sein – aber nicht um jeden Preis. Wir wollen unseren geschäftlichen Erfolg mit Anstand, also auf ehrbare Art und Weise, erzielen. Integrität ist daher einer unserer vier Unternehmenswerte, und diese bilden das Fundament für unsere Geschäftsaktivitäten. Wir sind der Überzeugung, dass anständiges Wirtschaften uns dauerhaft erfolgreich macht, darüber hinaus aber auch der Gesellschaft zugutekommt. Als weltweit tätiges Unternehmen übernehmen wir Verantwortung und wollen im Hinblick auf eine ethische Unternehmensführung Vorreiter sein.

UN Global Compact. Wir richten unser unternehmerisches Handeln an den Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen aus. Daimler ist Gründungsmitglied dieser Initiative von Kofi Annan und Mitglied der LEAD-Gruppe. (Vgl. Corporate Governance Bericht)

Unternehmensweiter Integritätsdialog und Überarbeitung der Verhaltensrichtlinie. Es ist unser Ziel, Integrität nachhaltig in unserer Unternehmenskultur zu verankern. Ethische Grundwerte lassen sich jedoch nicht einfach vorschreiben. Sie müssen aus einer inneren Überzeugung heraus gelebt werden. Deshalb fördert Daimler integres Verhalten durch vielfältige Maßnahmen und einen kontinuierlichen Dialog. (Vgl. "A wie Anstand") Unsere im Jahr 2012 neu erstellte Verhaltensrichtlinie, die »Richtlinie für integres Verhalten«, greift Ergebnisse unseres konzernweit geführten Dialogs zum Thema Integrität auf. Die darin festgehaltenen Verhaltensgrundsätze und Leitlinien für das Handeln basieren somit auf einem gemeinsamen Werteverständnis. (Vgl. Corporate Governance Bericht)

Integritätsbeirat gegründet. Für den eingeschlagenen Weg zu einer Integritätskultur im Unternehmen erscheint uns zusätzlich zu den zahlreichen ergriffenen Maßnahmen auch ein Blick von außen hilfreich. Daher haben wir einen »Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung« ins Leben gerufen, der den Integritätsprozess bei Daimler kritisch-konstruktiv begleitet. Wir konnten dafür externe Persönlichkeiten mit wertvollen Erfahrungen zu Fragen ethischen Verhaltens aus unterschiedlichen Bereichen gewinnen. (Vgl. "A wie Anstand")

Integrität geht über das hinaus, was wir bei Daimler unter Compliance verstehen. Integrität ist mehr als die Einhaltung von Gesetzen, internen Regeln und freiwilligen Selbstverpflichtungen. Wir verstehen darunter verantwortungsvolles Handeln nach ethischen Maßstäben, durch das wir nicht nur unseren Unternehmenserfolg nachhaltig sichern, sondern auch gesellschaftlichen Nutzen stiften.

Compliance ist die nachhaltige Verankerung von regelkonformem Verhalten. Unser Compliance-Management-System soll regelkonformes Verhalten seitens des Unternehmens und seiner Mitarbeiter dauerhaft sicherstellen. Die Einhaltung der Anti-Korruptionsvorschriften sowie die Wahrung und Förderung eines fairen Wettbewerbs haben dabei höchste Priorität für unser Unternehmen und sind Richtschnur für unsere Mitarbeiter und Führungskräfte. Um diesem Anspruch Nachdruck zu verleihen, werden Compliance und Integrität bei der jährlichen Zielvereinbarung und -erreichung unserer Führungskräfte berücksichtigt. Dabei wird insbesondere auf regelkonformes und ethisch einwandfreies Handeln geachtet.

Divisionale Compliance-Organisation weltweit etabliert. Um Risiken in den Geschäftsfeldern und Märkten effektiv zu begegnen, haben wir die Struktur unserer Compliance-Organisation nach Geschäftsfeldern ausgerichtet. Jedes Geschäftsfeld wird durch einen Compliance-Beauftragten unterstützt. 2012 wurde ergänzend hierzu ein Regional Compliance Office in China gegründet, mit dem wir der besonderen Bedeutung des chinesischen Marktes Rechnung tragen. Darüber hinaus sind weltweit Local Compliance Manager tätig, die zu Compliance beraten und auf die Einhaltung unserer Compliance-Standards achten.

Um ihre Unabhängigkeit gegenüber den Geschäftsfeldern zu gewährleisten, unterstehen die Compliance-Beauftragten für die Geschäftsfelder und der Beauftragte für die Regionen China und Nord-Ost-Asien dem Group Chief Compliance Officer, der die gesamte globale Organisation verantwortet. Dieser berichtet direkt an das Mitglied des Vorstands, das für »Integrität und Recht« verantwortlich ist.

Analyse von Compliance-Risiken. Der verantwortungsvolle Umgang mit Risiken und deren Bewertung ist eine Grundvoraussetzung für einen nachhaltigen Geschäftserfolg. In einer systematischen Risikoanalyse bewerten und klassifizieren wir deshalb auch Compliance-Risiken. Dabei werden sowohl qualitative Indikatoren, wie die Einschätzung des Geschäftsumfelds, herangezogen als auch quantitative Indikatoren, wie relevante Umsatzanteile und die Anzahl der Vertragspartner. Entsprechend der auf diese Weise vorgenommenen Risikoeinstufung werden dann gemeinsam mit den Geschäftseinheiten Maßnahmen definiert, um die erkannten Risiken zu minimieren. Vor diesem Hintergrund unterliegen zum Beispiel unsere Vertriebsaktivitäten in Ländern mit einem erhöhten Korruptionsrisiko einer besonders intensiven Risikosteuerung. Die Verantwortung für die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen sowie die Aufsichtspflicht liegen beim Management der jeweiligen Geschäftseinheit. Der Bereich Group Compliance leistet hierbei Unterstützung.

Weiterentwicklung der Compliance-Prozesse. Im Jahr 2012 lag ein Schwerpunkt der Compliance-Aktivitäten in der Prüfung unserer Geschäftspartner im Vertriebsprozess (Sales Business Partner Due Diligence). Wir legen an die Auswahl unserer Vertriebs- und Geschäftspartner hohe Maßstäbe und erwarten von ihnen, dass sie sich an unseren Compliance-Regeln und ethischen Grundsätzen orientieren. Basierend auf einer standardisierten, vorab durchgeführten Risikobewertung legen die Geschäftsfelder in Ergänzung ihrer spezifischen Risikofaktoren fest, mit welcher entsprechenden Intensität die Prüfung des jeweiligen Geschäftspartners erfolgt. Die Geschäftsfelder führen die Prüfung in Eigenverantwortung und mit Unterstützung durch den Bereich Group Compliance durch.

Hinweisgebersystem und Business Practices Office (BPO) gestärkt. Ein funktionierendes Hinweisgebersystem ist für uns eine wichtige Erkenntnisquelle für Risiken und Regelverstöße. Das BPO nimmt Hinweise zu möglichen schweren Verstößen von Beschäftigten und Externen entgegen. Im Jahr 2012 haben Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretung eine Konzernbetriebsvereinbarung zur Neuausrichtung des Daimler- Hinweisgebersystems beschlossen. Darin wird ein fairer, transparenter Prozess festgeschrieben, der Hinweisgeber sowie Betroffene gleichermaßen schützt. Außerdem haben wir in Deutschland als Ergänzung zu den bestehenden Meldewegen einen unabhängigen Rechtsanwalt als Neutralen Mittler beauftragt, der ebenfalls Hinweise auf Regelverstöße entgegennimmt. Durch seine anwaltliche Schweigepflicht wird die Anonymität der Hinweisgeber gegenüber Daimler gewährleistet.

Compliance-Schulungen und Kommunikation. Regelmäßige Information und zielgerichtete Schulungen ergänzen und unterstützen eine wirkungsvolle und nachhaltige Verankerung von regelkonformem Verhalten in unserem Unternehmen. Wir setzen dabei zielgruppenspezifische Präsenztrainings sowie webbasierte Trainings ein. Diese Schulungen halten wir auch als Angebot für unsere Geschäfts- und Vertriebspartner bereit, damit sie sich ebenfalls mit unseren Vorstellungen von Integrität und Compliance vertraut machen können. Im Rahmen dieser Schulungen vermitteln wir unter anderem Grundlagen zur Korruptionsprävention und zum Wettbewerbsrecht. Seit 2010 haben wir in Geschäftseinheiten und Bereichen mit einer besonderen Risikosituation mehr als 100.000 Beschäftigte in webbasierten Trainings als auch in Präsenzveranstaltungen geschult. Dabei lag der Schwerpunkt bei Mitarbeitern aus dem Vertrieb und den vertriebsnahen Bereichen.

6.01

Mitglieder des Beirats für Integrität und Unternehmensverantwortung der Daimler AG:
   
Name Funktion
   
Stefan Aust Journalist, Publizist und Autor
Professor Dr. iur. Kai Bussmann Leiter des Economy & Crime Research Centers, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Professor Dr.-Ing. Helmut Holzapfel Leiter des Fachgebiets für integrierte Verkehrsplanung und Mobilitätsentwicklung der Universität Kassel
Dipl.-Volksw. Renate Hornung-Draus Geschäftsführerin Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Leiterin der Abteilung Europäische Union und Internationale Sozialpolitik
Professor Dr. Michael Kittner
 
Früher Professor für Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Kassel und Justiziar der IG Metall
Professor Dr. phil. Julian Nida-Rümelin Professor für Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München
 
Pierre Sané Vorstandsmitglied des UN Global Compact
Sylvia Schenk
 
Rechtsanwältin in Frankfurt, Vorstandsmitglied Transparency Deutschland und Deutsche Olympische Akademie
Professor Dr. rer. nat. Ernst Ulrich v. Weizsäcker Umweltwissenschaftler, Klimaexperte und Mitglied des Bundestages a.D.