Chancen und Risiken

Basis unserer Einschätzungen für die Jahre 2013 und 2014 sind insgesamt stabile politische Rahmenbedingungen sowie die Annahme, dass die Weltwirtschaft insgesamt nicht in eine Rezession zurückfällt. Außerdem erwarten wir, dass die weltweite Automobilnachfrage in den Jahren 2013 und 2014 wächst, wenngleich zunächst mit nur moderatem Expansionstempo. Zusätzlich zu den Einschätzungen, die wir in diesem Ausblick beschreiben, gibt es weitere Chancen und Risiken, die unsere Absatz-, Umsatz- und Ergebnisperspektiven in positiver oder negativer Hinsicht beeinflussen. Hierzu zählen die Entwicklung der Wechselkurse und der Rohstoffpreise ebenso wie der Markterfolg unserer Produkte und die Intensität des Wettbewerbs auf unseren Schlüsselmärkten.

Wesentliche Risiken für das laufende Jahr sehen wir in einer erneuten Verschärfung beziehungsweise Eskalation der Staatsschuldenkrise in der Eurozone und daraus resultierenden Turbulenzen an den Finanzmärkten und im Bankensektor, der Unsicherheit über die Haushalts- und Finanzpolitik in den USA, einem stärkeren Wachstumseinbruch in China, hohen Preisvolatilitäten auf den Rohstoffmärkten infolge geopolitischer Unruhen im Nahen Osten, einem steigenden Inflationsdruck sowie aufkeimendem Protektionismus. Wenn eines dieser Risikoereignisse eintreten sollte, wäre es möglich, dass die Weltwirtschaft nochmals eine rezessive Phase erfährt.

Eine detaillierte Beschreibung der mit unserem Geschäft verbundenen Risiken findet sich im Risikobericht.

Die Risiken, die sich aus Wechselkursschwankungen für unser Geschäft ergeben, haben wir für das Jahr 2013 über geeignete Finanzinstrumente bereits weitgehend ausgeschlossen.
Speziell beim US-Dollar waren wir Mitte Februar 2013 zu rund 70 % abgesichert.

Auch wenn zum Jahresbeginn 2013 einerseits zwar die Risiken überwiegen, gibt es andererseits aber auch Chancen für eine insgesamt positivere Entwicklung der Weltwirtschaft. Den größten positiven Wachstumsimpuls würde eine rasche und tragfähige Lösung der europäischen Staatsschuldenkrise bewirken. Je schneller Investoren und Konsumenten die gegenwärtige Vertrauenskrise überwinden und wieder optimistische Zukunftserwartungen haben, desto rascher und kräftiger kann sich die Inlandsnachfrage wieder beleben. Davon würden in erheblichem Ausmaß auch die Finanzmärkte und der Bankensektor profitieren. So wäre in diesem Fall insbesondere zu erwarten, dass die Kreditströme wieder verstärkt fließen. Höhere Investitionen und ein verstärkter Konsum würden zudem positive Beschäftigungseffekte generieren und damit die in vielen Industrieländern hohen Arbeitslosenquoten verringern. Dadurch würde sich das Wachstum gerade in den Industrieländern wieder deutlich beschleunigen. Höhere gesamtwirtschaftliche Wachstumsraten würden es ferner merklich einfacher machen, die weiterhin notwendige Haushaltsdisziplin einzuhalten. Die konjunkturelle Bremswirkung der staatlichen Konsolidierungsmaßnahmen würde dann spürbar schwächer ausfallen als angenommen. Eine rasche und nachhaltige Einigung in den USA zur Bewältigung der dort notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen würde der Inlandsnachfrage zusätzlichen Antrieb geben. Aufgrund der großen Bedeutung der amerikanischen Wirtschaft für die globale Konjunktur würde das positive Abstrahleffekte auf andere Volkswirtschaften haben. Aber auch von den Schwellenländern könnten im Jahr 2013 stärkere Wachstumsimpulse ausgehen, insbesondere dann, wenn sich die gesamtwirtschaftlichen Auftriebskräfte in den großen Märkten China, Indien, Brasilien und Russland verstärken würden. Von überragender Bedeutung wäre hierbei natürlich eine kräftigere Belebung in China.

In einem solchen Szenario würden sich dann auch Perspektiven für eine deutlich günstigere Geschäftsentwicklung bei Daimler in den Jahren 2013 und 2014 eröffnen. Zusätzliche Absatz- und Ertragschancen sehen wir insbesondere dann, wenn sich der schwache europäische Automobilmarkt schneller erholen würde als unterstellt.

Mittelfristig eröffnen sich vor allem durch den Ausbau unserer Präsenz in Asien und Osteuropa zusätzliche Wachstumspotenziale. Über unsere Aktivitäten vor Ort schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass wir diese Chancen nutzen können. So erweitern wir gemeinsam mit unseren lokalen Partnern unsere Produktionsumfänge in China. In Indien fertigen wir seit dem Jahr 2012 in einem neuen Werk Lkw der Marke BharatBenz. In Russland intensivieren wir die Partnerschaft mit dem Lkw-Hersteller Kamaz, und in Ungarn haben wir im Jahr 2012 ein neues Pkw-Werk für die Fertigung unserer neuen Kompaktklasse in Betrieb genommen.

Darüber hinaus sind die grundlegenden Veränderungen in der Fahrzeugtechnologie, die sich gegenwärtig abzeichnen, zwar einerseits ein Risikofaktor, andererseits können daraus aber auch beträchtliche Chancen entstehen: Wenn es – wie von uns angestrebt – gelingt, mit innovativen Technologien eine Vorreiterrolle bei Fahrzeugen und Lösungskonzepten für nachhaltige Mobilität einzunehmen, dann können sich sowohl beim Absatz als auch beim Ergebnis zusätzliche Wachstumspotenziale ergeben.

Über unsere Planungsansätze hinausgehende Chancen sehen wir auch im Bereich innovativer Mobilitätsdienstleistungen. Hier entsteht ein großer und sehr schnell wachsender Markt, in dem wir uns mit car2go bereits sehr gut positioniert haben. Wir werden unsere Angebote in diesem Geschäftszweig deutlich erweitern und wollen dadurch am Wachstum dieses Marktes überdurchschnittlich partizipieren.

Neue Perspektiven eröffnen sich auch durch richtungweisende Kooperationen, die wir auf verschiedenen Feldern vereinbart haben. Gemeinsam mit unseren Partnern bündeln wir Know-how. Dadurch können wir neue Technologien schneller und kostengünstiger zur Marktreife bringen. Darüber hinaus haben wir die Möglichkeit, in größeren Stückzahlen kostengünstig zu produzieren.