Finanzielle Steuerungsgrößen

Die im Konzern eingesetzten finanziellen Steuerungsgrößen orientieren sich an den Interessen und Ansprüchen der Kapitalgeber und stellen die Basis für eine wertorientierte Unternehmensführung dar.

3.19

Value Added
  2012 2011 12/11
in Millionen €     Veränd. in %
       
Daimler-Konzern 4.185 3.726 +12
       
Mercedes-Benz Cars 2.716 3.775 -28
Daimler Trucks 396 796 -50
Mercedes-Benz Vans 387 690 -44
Daimler Buses -369 23 .
Daimler Financial Services 526 643 -18
 

Value Added. (Vgl. Tabelle 3.19) Zu Steuerungszwecken unterscheidet Daimler zwischen der Konzern- und der Geschäftsfeldebene. Der Value Added (Wertbeitrag) ist dabei ein Element des Steuerungssystems auf beiden Ebenen. Er ermittelt sich als Differenz aus der operativen Ergebnisgröße und den auf das durchschnittlich gebundene Kapital (Net Assets) anfallenden Kapitalkosten. (Vgl. Abbildung 3.16)

Daimler GB2012 Value Added1

Alternativ kann der Value Added der industriellen Geschäftsfelder auch über die zentralen Werttreiber Return on Sales (ROS; Verhältnis von EBIT zu Umsatz) und Net-Assets-Produktivität (Verhältnis von Umsatz zu Net Assets) bestimmt werden. (Vgl. Abbildung 3.17)

Daimler GB2012 Value Added2

Die Kombination aus ROS und Net-Assets-Produktivität zielt in Verbindung mit einer auf Umsatzwachstum ausgerichteten Strategie auf eine positive Entwicklung des Value Added ab. Der Value Added zeigt, in welchem Umfang der Konzern und seine Geschäftsfelder insgesamt den Verzinsungsanspruch der Kapitalgeber erwirtschaften beziehungsweise übertreffen und damit Wert schaffen.

Ergebnisgröße. Als operative Ergebnisgröße der Geschäftsfelder wird das EBIT herangezogen. Als Ergebnis vor Zinsergebnis und Ertragsteuern reflektiert das EBIT die Ergebnisverantwortung der Geschäftsfelder. Die operative Ergebnisgröße auf Konzernebene ist der Net Operating Profit. Dieser beinhaltet zusätzlich zum EBIT der Geschäftsfelder auch Ergebniseffekte, die nicht durch die Geschäftsfelder zu verantworten sind. Hierzu zählen Ertragsteuern sowie sonstige Überleitungsposten.

Net Assets. (Vgl. Tabellen 3.20 und 3.22) Die Net Assets stellen die Bemessungsgrundlage für die Verzinsungsansprüche der Kapitalgeber dar. Die industriellen Geschäftsfelder sind für die operativen Net Assets verantwortlich; ihnen werden daher sämtliche Vermögenswerte sowie Verbindlichkeiten beziehungsweise Rückstellungen zugerechnet, für die sie im operativen Geschäft die Verantwortung tragen. Die Steuerung von Daimler Financial Services erfolgt – der branchenüblichen Vorgehensweise im Bankengeschäft entsprechend – auf Basis des Eigenkapitals. Die Net Assets des Konzerns beinhalten zusätzlich zu den operativen Net Assets der industriellen Geschäftsfelder und dem Eigenkapital von Daimler Financial Services noch Vermögenswerte und Schulden aus Ertragsteuern sowie sonstige Überleitungsposten, die nicht durch die Geschäftsfelder zu verantworten sind. Die durchschnittlichen Net Assets des Jahres werden aus den durchschnittlichen Net Assets der Quartale berechnet. Diese ermitteln sich als Durchschnitt der Net Assets zu Beginn und zum Ende eines Quartals.

3.20

Net Assets (Durchschnitt)
  2012 2011 12/11
in Millionen €     Veränd. in %
       
Mercedes-Benz Cars 13.947 11.814 +18
Daimler Trucks 10.987 9.000 +22
Mercedes-Benz Vans 1.284 1.212 +6
Daimler Buses 1.141 1.161 -2
Daimler Financial Services1 5.890 5.147 +14
Net Assets der Geschäftsfelder 33.249 28.334 +17
At-equity bewertete Finanzinvestitionen2 2.408 2.643 -9
Vermögenswerte und Schulden aus Ertragsteuern3 -80 -385 +79
Sonstige Überleitung3 808 834 -3
       
Daimler-Konzern 36.385 31.426 +16
1 Eigenkapital. 
Soweit nicht den Segmenten zugeordnet. 
Industriegeschäft.
 

3.22

Net Assets (Nettovermögen) des Daimler-Konzerns zum Jahresende
  2012 2011 12/11
in Millionen €     Veränd. in %
       
Net Assets des Industriegeschäfts      
Immaterielle Vermögenswerte 8.761 8.174 +7
Sachanlagen 20.546 19.129 +7
Vermietete Gegenstände 12.163 10.849 +12
Vorräte 17.075 16.575 +3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.864 7.580 -9
Abzgl. Rückstellungen für sonstige Risiken -11.316 -11.967 +5
Abzgl. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -8.515 -9.233 +8
Abzgl. übrige Vermögenswerte und Schulden -14.464 -13.954 -4
Vermögenswerte und Schulden aus Ertragsteuern 573 24 .
Eigenkapital
Daimler Financial Services
6.153 5.373 +15
       
Net Assets (Nettovermögen) 37.840 32.550 +16
 

Kapitalkostensatz. (Vgl. Tabelle 3.18) Der Verzinsungsanspruch auf die Net Assets, und damit der Kapitalkostensatz, wird aus den Mindestrenditen abgeleitet, die Anleger für ihr investiertes Kapital erwarten. Bei der Ermittlung der Kapitalkosten des Konzerns und der industriellen Geschäftsfelder werden die Kapitalkostensätze des Eigenkapitals sowie der Finanzierungsverbindlichkeiten und Pensionsverpflichtungen des Industriegeschäfts berücksichtigt; mit umgekehrten Vorzeichen werden die erwarteten Renditen der Liquidität und des Planvermögens der Pensionsfonds des Industriegeschäfts einbezogen. Der Eigenkapitalkostensatz wird entsprechend dem Capital-Asset-Pricing-Modell (CAPM) bestimmt, also durch den Zinssatz für langfristige, risikofreie Wertpapiere (zum Beispiel deutsche Staatsanleihen) zuzüglich einer Risikoprämie für das spezifische Risiko der Anlage in Aktien der Daimler AG. Der Fremdkapitalkostensatz ergibt sich aus dem Verzinsungsanspruch der Gläubiger unserer Finanzierungsverbindlichkeiten. Der Kostensatz für Pensionsverpflichtungen wird auf Basis der nach IFRS verwendeten Diskontierungssätze bestimmt. Die erwartete Rendite der Liquidität orientiert sich am Geldmarktzinssatz. Die erwartete Rendite des Planvermögens der Pensionsfonds ergibt sich aus der erwarteten Rendite des zur Erfüllung der Pensionsverpflichtungen angelegten Planvermögens. Der Kapitalkostensatz des Konzerns ist der gewichtete Mittelwert der einzelnen Verzinsungsansprüche beziehungsweise -erwartungen; im Berichtsjahr lag der Kapitalkostensatz bei 8% nach Steuern. Auf der Ebene der industriellen Geschäftsfelder belief sich der Kapitalkostensatz vor Steuern auf 12 %, für Daimler Financial Services wurde ein Eigenkapitalkostensatz vor Steuern von 13 % verwendet.

3.18

Kapitalkostensatz
  2012 2011
in Prozent    
     
Konzern, nach Steuern 8 8
Industrielle Geschäftsfelder, vor Steuern 12 12
Daimler Financial Services, vor Steuern 13 13
 

Return on Sales. Als zentraler Werttreiber des Value Added hat die Umsatzrendite (Return on Sales, ROS) eine besondere Bedeutung für die Beurteilung der Rentabilität der industriellen Geschäftsfelder. Für Daimler Financial Services wird zur Beurteilung der Rentabilität nicht auf die Umsatzrendite, sondern – wie im Bankengeschäft üblich – auf die Eigenkapitalrendite (Return on Equity, ROE) abgestellt.

3.21

Überleitung zum Net Operating Profit
  2012 2011 12/11
in Millionen €     Veränd. in %
       
Mercedes-Benz Cars 4.389 5.192 -15
Daimler Trucks 1.714 1.876 -9
Mercedes-Benz Vans 541 835 -35
Daimler Buses -232 162 -243
Daimler Financial Services 1.292 1.312 -2
EBIT der Geschäftsfelder 7.704 9.377 -18
       
Ertragsteuern1 -1.519 -2.515 +40
Sonstige Überleitung 911 -622 +246
Net Operating Profit 7.096 6.240 +14
1 Angepasst um Ertragsteuern auf das Zinsergebnis.