Cash Flow

Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit (Vgl. Tabelle 3.29) lag mit -1,1 Mrd. € unter dem Niveau des Vorjahres. Belastende Einflüsse ergaben sich aus dem geringeren Konzernergebnis vor Steuern und einem höheren Neugeschäft in der Leasing- und Absatzfinanzierung. Der Anstieg des Working Capitals lag geringfügig über dem Vorjahr. Der vergleichsweise niedrigere Vorratsaufbau sowie der Abbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben die Entwicklung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nicht vollständig ausgeglichen. Eine positive Wirkung resultierte aus den niedrigeren Zahlungen für Ertragsteuern (2,1 Mrd. €; i. V. 2,8 Mrd. €); der Vergleichszeitraum war dabei wesentlich durch Nachzahlungen für frühere Jahre in Nordamerika beeinflusst. Weiterhin wirkten sich deutlich niedrigere Zuwendungen an die Pensionsfonds (1,1 Mrd. €; i. V. 2,0 Mrd. €) im Jahresvergleich aus.

3.29

Verkürzte Konzern-Kapitalflussrechnung
  2012 2011 12/11
in Millionen €     Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresanfang 9.576 10.903 -1.327
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit -1.100 -696 -404
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -8.864 -6.537 -2.327
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 11.506 5.842 5.664
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -122 64 -186
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresende 10.996 9.576 1.420

Aus dem Cash Flow aus der Investitionstätigkeit (Vgl. Tabelle 3.29) ergab sich ein Mittelabfluss in Höhe von 8,9 (i. V. 6,5) Mrd. €. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultierte aus höheren Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Zudem ergaben sich aus den im Rahmen des Liquiditätsmanagements vorgenommenen Käufen und Verkäufen von Wertpapieren insgesamt deutlich höhere Mittelabflüsse (netto). Die Zahlungsströme für die durchgeführten Käufe und Verkäufe von Unternehmensanteilen führten in 2012 zu einem Einzahlungsüberschuss, wohingegen im Vorjahreszeitraum die getätigten Käufe die Verkäufe deutlich überstiegen. Im Geschäftsjahr 2012 wurden Anteile an der EADS sowie an der MBtech Group verkauft und Kapitaleinzahlungen in die Engine Holding und das Joint Venture von Daimler Trucks in China durchgeführt.

Aus dem Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit (Vgl. Tabelle 3.29) resultierte im Berichtszeitraum ein Mittelzufluss von 11,5 (i. V. 5,8) Mrd. €, der nahezu ausschließlich auf der Aufnahme von Finanzierungsverbindlichkeiten (netto) beruhte. Gegenläufig wirkten die höhere Dividendenzahlung an die Aktionäre der Daimler AG sowie die gestiegenen Dividendenzahlungen an die Minderheitsgesellschafter von Tochtergesellschaften.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stiegen gegenüber dem 31. Dezember 2011 einschließlich der Berücksichtigung von Wechselkurseffekten um 1,4 Mrd. €. Die Liquidität, die zusätzlich die verzinslichen Wertpapiere umfasst, wurde um 4,7 Mrd. € auf 16,6 Mrd. € erhöht.

Die von Daimler verwendete Messgröße für die Finanzkraft seiner industriellen Aktivitäten ist der Free Cash Flow des Industriegeschäfts (Vgl. Tabelle 3.30), dessen Ableitung auf Grundlage der veröffentlichten Cash Flows aus der Geschäfts- und Investitionstätigkeit erfolgt. Darauf aufsetzend wird eine Korrektur in Höhe der im Cash Flow aus der Investitionstätigkeit enthaltenen Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von verzinslichen Wertpapieren vorgenommen, da diese Wertpapiere der Liquidität zugeordnet sind und deren Veränderung daher nicht Bestandteil des Free Cash Flows ist.

3.30

Free Cash Flow des Industriegeschäfts
  2012 2011 12/11
in Millionen €     Veränderung
       
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 7.527 7.346 +181
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -8.166 -6.263 -1.903
Veränderung der verzinslichen Wertpapiere 2.699 -36 2.735
Übrige Anpassungen -608 -58 -550
Free Cash Flow des Industriegeschäfts 1.452 989 +463

Die übrigen Anpassungen betreffen Zugänge an Sachanlagen, die dem Konzern aufgrund der Ausgestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasingverträge als wirtschaftlichem Eigentümer zuzuordnen sind. Weiterhin werden Effekte aus der Finanzierung konzerninterner Händler herausgerechnet. Darüber hinaus werden die im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit auszuweisenden Erwerbe von Minderheitsanteilen an Tochtergesellschaften hinzugerechnet.

Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts belief sich im Geschäftsjahr 2012 auf 1,5 Mrd. €.

Den positiven Ergebnisbeiträgen des Industriegeschäfts stand ein Anstieg im Working Capital als Saldo aus der Veränderung der Vorräte, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von insgesamt 0,8 Mrd. € gegenüber. Positive Effekte ergaben sich aus dem Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von Gesellschaften des Industriegeschäfts an Daimler Financial Services. Weiterhin wirkten sich hohe Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie die Kapitaleinzahlungen in die Engine Holding und das Joint Venture von Daimler Trucks in China aus. Positive Effekte resultierten aus dem Verkauf der Anteile an EADS sowie der MBtech Group. Darüber hinaus verminderten Ertragsteuer- und Zinszahlungen den Free Cash Flow des Industriegeschäfts.

Die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts (Vgl. Tabelle 3.31) errechnet sich als Bestand der bilanziell ausgewiesenen Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und der in das Liquiditätsmanagement einbezogenen verzinslichen Wertpapiere abzüglich des währungsgesicherten Rückzahlungsbetrags der Finanzierungsverbindlichkeiten.

3.31

Netto-Liquidität des Industriegeschäfts
  31.12. 2012 31.12. 2011 12/11
in Millionen €   Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 9.887 8.908 +979
Verzinsliche Wertpapiere 3.841 1.171 +2.670
Liquidität 13.728 10.079 +3.649
Finanzierungsverbindlichkeiten -2.883 2.275 -5.158
Marktbewertung und Währungsabsicherung für Finanzierungsverbindlichkeiten 663 -373 +1.036
Finanzierungsverbindlichkeiten (nominal) -2.220 1.902 -4.122
Netto-Liquidität 11.508 11.981 -473

Soweit die konzerninterne Refinanzierung des Finanzdienstleistungsgeschäfts durch Gesellschaften des Industriegeschäfts erfolgt, wird diese bei der Ermittlung der Verschuldung des Industriegeschäfts in Abzug gebracht.

Gegenüber dem 31. Dezember 2011 verringerte sich die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts um 0,5 Mrd. € auf 11,5 Mrd. €. Der Rückgang war im Wesentlichen auf den Free Cash Flow sowie auf die Zahlung der Dividende an die Aktionäre der Daimler AG für das Geschäftsjahr 2011 zurückzuführen.

Die auf Konzernebene vor allem aus der Refinanzierung des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts resultierende Netto-Verschuldung (Vgl. Tabelle 3.32) hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2011 um 8,3 Mrd. € erhöht. Dieser Anstieg resultierte im Wesentlichen aus dem höheren Neugeschäft bei der Leasing- und Absatzfinanzierung und der Zahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2011. Zudem wirkte der positive Free Cash Flow des Industriegeschäfts.

3.32

Netto-Verschuldung des Daimler-Konzerns
  31.12. 2012 31.12. 2011 12/11
in Millionen €   Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10.996 9.576 +1.420
Verzinsliche Wertpapiere 5.598 2.281 +3.317
Liquidität 16.594 11.857 +4.737
Finanzierungsverbindlichkeiten -76.251 -62.167 -14.084
Marktbewertung und Währungsabsicherung für Finanzierungsverbindlichkeiten 665 -369 +1.034
Finanzierungsverbindlichkeiten (nominal) -75.586 -62.536 -13.050
Netto-Verschuldung -58.992 -50.679 -8.313