Refinanzierung

Die von Daimler im Jahr 2012 durchgeführten Finanzierungen dienen weit überwiegend der Refinanzierung des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts. Hierfür nutzt Daimler ein breites Spektrum unterschiedlicher Finanzierungsinstrumente in verschiedenen Währungen und Märkten. Dazu zählen Bankkredite, kurzfristige Schuldverschreibungen im Geldmarktbereich (Commercial Papers) und Anleihen mit mittleren und langen Laufzeiten im Kapitalmarkt. Als weitere Refinanzierungsquellen dienen die Kundeneinlagen bei der Mercedes-Benz Bank sowie die Verbriefung von Kundenforderungen des Finanzdienstleistungsgeschäfts (Asset Backed Securities, ABS).

Für längerfristige Mittelaufnahmen im Kapitalmarkt existieren verschiedene Emissionsprogramme. Dazu zählt beispielsweise das 35 Mrd. € umfassende Euro-Medium-Term-Note-Programm (EMTN), unter dem mehrere Konzerngesellschaften Anleihen in verschiedenen Währungen emittieren können. Weitere, im Vergleich zum EMTN-Programm jedoch weniger bedeutsame Kapitalmarktprogramme existieren in lokalen Kapitalmärkten wie Südafrika, Mexiko, Thailand und Argentinien. Kapitalmarktprogramme erlauben die flexible, wiederholte Inanspruchnahme der Kapitalmärkte.

Im Jahr 2012 deckte der Konzern seinen Liquiditätsbedarf insbesondere durch die Emission von Anleihen. Ein Großteil dieser Rentenpapiere wurde in Form von sogenannten Benchmark-Emissionen (Anleihen mit hohem Nominalvolumen) im US-Dollar- und im Euro-Markt platziert. Zusätzlich wurde eine Vielzahl an kleineren Anleihen in verschiedenen Währungen sowohl im Euromarkt als auch in Kanada, Südafrika, Mexiko, Thailand, Brasilien, Argentinien und Korea begeben. Das Anleihevolumen teilte sich nach Währungen wie folgt auf: rund ein Drittel in US-Dollar, rund ein Drittel in Euro und rund ein Drittel in anderen lokalen Währungen. Damit haben wir unsere Refinanzierung weiter diversifiziert und die Abhängigkeit von einzelnen Kapitalmärkten abermals verringert.

Die weiterhin anhaltend hohen Unsicherheiten in den globalen Finanzmärkten – insbesondere die europäische Staatsschuldenkrise – führten dazu, dass Unternehmensanleihen von Emittenten mit gutem Rating zu attraktiven Konditionen platziert werden konnten. Wir nutzten sich bietende Gelegenheiten auch dazu, im Rahmen unseres Liquiditätsmanagements tendenziell mehr Mittel mit längeren Laufzeiten aufzunehmen.

Daimler hat im Jahr 2012 zudem in geringem Umfang Commercial-Paper-Emissionen durchgeführt. Neben einem Euro-Commercial-Paper-Programm, unter dem mehrere europäische Gesellschaften Ziehungen vornehmen können, verfügt der Konzern über Commercial-Paper-Programme in den USA, Kanada, Australien, Südafrika, Mexiko und Indien. Damit können wir unsere lokalen Finanzierungen optimal ergänzen.

Im Jahr 2012 wurden zudem in den USA mehrere ABS-Transaktionen erfolgreich bei Investoren platziert. Dabei wurden Forderungen aus der Kunden- und Händlerfinanzierung mit einem Volumen von 5,4 Mrd. US-Dollar verbrieft. Zusätzlich haben wir eine bestehende ABS-Finanzierung in Kanada aufgestockt.

Eine weitere wichtige Säule der Refinanzierung waren auch im Jahr 2012 Bankkredite. Die finanziellen Mittel wurden nicht nur von den großen, global agierenden Banken, sondern auch zunehmend von einer Reihe kleinerer, vorwiegend lokal tätiger Geldhäuser bereitgestellt. Dies erlaubte uns eine weitere Diversifizierung in der Refinanzierung durch Kreditinstitute.

Zum Jahresende 2012 bestanden für Daimler kurz- und langfristige Kreditlinien von insgesamt 33,7 (i. V. 29,0) Mrd. €, von denen 12,2 (i. V. 9,3) Mrd. € nicht in Anspruch genommen waren. Diese beinhalten eine im Jahr 2010 mit einem Konsortium internationaler Banken vereinbarte syndizierte Kreditlinie von 7 Mrd. € mit einer Laufzeit von fünf Jahren, die nicht in Anspruch genommen ist.

Die Buchwerte der wesentlichen Refinanzierungsinstrumente sowie die gewogenen Durchschnittszinssätze sind in Tabelle 3.35 dargestellt. Diese entfallen zum 31. Dezember 2012 überwiegend auf die folgenden Währungen: 45 % auf Euro, 25 % auf US-Dollar, 5 % auf brasilianische Real, 5 % auf japanische Yen und 3 % auf kanadische Dollar.

3.35

Refinanzierungsinstrumente
  Durchschnittswerte Buchwerte
  31.12.2012 31.12.2011 31.12.2012 31.12.2011
    in %   in Millionen €
Anleihen und Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen 1,86 3,17 40.845 29.507
Geldmarktpapiere 1,52 1,00 1.768 1.233
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3,80 4,16 20.210 19.175
Einlagen aus Direktbank-Geschäft 2,13 2,40 12.121 11.035

Zum 31. Dezember 2012 betrugen die in der Konzernbilanz ausgewiesenen gesamten Finanzierungsverbindlichkeiten 76.251 (i. V. 62.167) Mio. €.

Detaillierte Informationen zu den Beträgen und Laufzeiten der Finanzierungsverbindlichkeiten können den Anmerkungen 24 und 31 des Konzernanhangs entnommen werden. Anmerkung 31 des Konzernanhangs gibt zudem Auskunft über die Fälligkeiten der übrigen finanziellen Verbindlichkeiten.