Branchen- und unternehmensspezifische Risiken

Allgemeine Marktrisiken. Die konjunkturelle Lage der Weltwirtschaft ist deutlich unsicherer geworden und von Volatilitäten geprägt, was zu Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung auf den Automobilmärkten führt. Zudem hält der Wettbewerbsdruck auf den Automobilmärkten unverändert an. Die Kunden haben sich zwischenzeitlich an ein bestimmtes Niveau absatzunterstützender Maßnahmen gewöhnt. Sollte sich dieser Wettbewerbsdruck weiter erhöhen, gegebenenfalls auch ausgelöst durch eine zusätzliche Eintrübung der weltwirtschaftlichen Entwicklung, könnte dies dazu führen, dass absatzfördernde Finanzierungsangebote und Kaufanreize verstärkt eingesetzt werden. Dies würde nicht nur die Erträge des Neufahrzeuggeschäfts belasten, sondern auch zu niedrigeren Preisniveaus auf den Gebrauchtwagenmärkten und damit zu abnehmenden Fahrzeugrestwerten führen. In vielen Märkten ist im Nachfrageverhalten weiterhin eine Tendenz zu kleineren, verbrauchsgünstigeren Fahrzeugen zu verzeichnen; dies ist die Folge einer stark gestiegenen Sensibilität der Kunden hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit der Fahrzeuge und der Kraftstoffpreisentwicklung. Eine weitere Verschiebung im Modell-Mix hin zu kleineren, renditeschwächeren Fahrzeugen würde die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns belasten. Infolge des Wettbewerbsdrucks auf den Automobilmärkten ist es unerlässlich, dass wir unsere Produktions- und Kostenstrukturen laufend und erfolgreich an sich verändernde Rahmenbedingungen anpassen. Eine Analyse der Wettbewerbsfähigkeit erfolgt kontinuierlich. Für alle Geschäftsfelder wurden klare Strategien formuliert. Jedes Geschäftsfeld verfolgt dabei konsequent das Ziel, profitabel zu wachsen und die Effizienz zu steigern.

Die vergangenen Krisenjahre haben nicht zuletzt auch dazu geführt, dass sich die wirtschaftliche Lage einiger Zulieferer, Händler und Fahrzeugimporteure verschlechtert hat. Insofern können Stützungsmaßnahmen weiterhin nicht ausgeschlossen werden, wodurch die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage von Daimler ebenfalls belastet würde.

Risiken im Zusammenhang mit dem Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäft. Im Zusammenhang mit der Veräußerung von Fahrzeugen bietet Daimler seinen Kunden auch vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten an – vor allem das Leasing oder die Finanzierung von Konzernprodukten. Damit verbunden ist insbesondere das Risiko, dass die beim Ablauf von Leasingverträgen erzielbaren Gebrauchtwagenpreise unterhalb der Buchwerte des Leasingvermögens liegen (Restwertrisiko). Zusätzlich besteht im Finanzdienstleistungsgeschäft das Risiko, dass Forderungen aufgrund der Zahlungsunfähigkeit von Kunden ganz oder teilweise uneinbringlich werden (Kreditrisiko). Weitere Risiken im Zusammenhang mit dem Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäft betreffen mögliche höhere Refinanzierungskosten infolge potenzieller Zinsänderungen. Bei einer Anpassung der Kreditkonditionen für Kunden im Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäft infolge höherer Refinanzierungskosten könnten sich das Neugeschäft und das Vertragsvolumen von Daimler Financial Services und damit auch der Absatz der Fahrzeugsegmente verringern. Zudem könnten Risiken aus einer fristeninkongruenten Refinanzierung resultieren. Daimler begegnet den Restwert- und Kreditrisiken mit entsprechenden Marktanalysen, Bonitätsprüfungen auf Basis standardisierter Scoring- und Ratingverfahren und Besicherungen der Forderungen. Um Zinsänderungsrisiken zu steuern, werden fest- und variabel verzinsliche sowie derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Durch eine auf die Laufzeiten der Finanzierungsverträge abgestimmte Refinanzierung wird das Risiko der Fristeninkongruenz minimiert. Weitere Informationen zum Kreditrisiko und zu den risikobegrenzenden Maßnahmen des Konzerns können Anmerkung 31 des Konzernanhangs entnommen werden.

Produktions- und Technologierisiken. Beim Durchsetzen eines angestrebten Preisniveaus spielen Faktoren wie Markenimage, Design und Produktqualität sowie zusätzliche technische Merkmale auf der Basis innovativer Forschung und Entwicklung eine wichtige Rolle. Überzeugende Lösungen, die zum Beispiel ein unfallfreies Fahren unterstützen oder das Verbrauchs- und Emissionsverhalten unserer Produkte weiter verbessern, wie Diesel-Hybrid- und Elektrofahrzeuge, sind für eine sichere und nachhaltige Mobilität von zentraler Bedeutung. Da diese Lösungen in der Regel einen höheren Mitteleinsatz und eine größere technische Komplexität erfordern, nimmt die Herausforderung zu, weitere technologische Fortschritte bei gleichzeitiger Einhaltung der Daimler-Qualitätsstandards zu realisieren. Sollte uns eine optimale Lösung dieses Spannungsfelds nicht gelingen oder sollten sich Entwicklungsleistungen in einem späteren Stadium als nicht vermarktungsfähig erweisen, könnte sich dies nachteilig auf die künftige Profitabilität des Konzerns auswirken.

Die Produktqualität hat einen wesentlichen Einfluss auf die Entscheidung des Kunden beim Kauf von Pkw und Nutzfahrzeugen. Gleichzeitig nimmt die technische Komplexität infolge zusätzlicher Merkmale, unter anderem auch für die Erfüllung der vielfältigen Emissions-, Verbrauchs- und Sicherheitsvorschriften, weiter zu und erhöht die Gefahr der Fehleranfälligkeit der Fahrzeuge. Technische Probleme könnten zu Rückrufaktionen und Reparaturmaßnahmen führen oder sogar Neuentwicklungen notwendig machen. Darüber hinaus kann eine sich verschlechternde Produktqualität zu vermehrten Garantie- und Kulanzansprüchen führen.

Risiken infolge gesetzlicher und politischer Rahmenbedingungen. Rechtliche und politische Rahmenbedingungen haben einen großen Einfluss auf den künftigen Geschäftserfolg von Daimler. Dabei spielen insbesondere die Emissions-, Verbrauchs- und Sicherheitsbestimmungen für Fahrzeuge eine wichtige Rolle. Um die vielfältigen und weltweit oftmals divergierenden Regelungen einzuhalten, sind erhebliche Anstrengungen seitens der Automobilindustrie erforderlich. Wir erwarten, dass wir in Zukunft einen noch höheren Anteil unseres Forschungs- und Entwicklungsbudgets für die Erfüllung dieser Anforderungen aufwenden werden. Viele Länder haben bereits strengere Regelungen zur Reduzierung von Emissions- und Verbrauchswerten von Fahrzeugen erlassen oder bringen entsprechende Gesetzesvorgaben aktuell auf den Weg. So sieht beispielsweise die neue Treibhausgas- bzw. Verbrauchsgesetzgebung in den USA vor, dass die US-Neuwagenflotte im Jahr 2025 durchschnittlich nur noch 163 g CO2/Meile (ca. 100 g CO2/km) emittieren darf. Diese neuen Vorgaben erfordern ab dem Modelljahr 2017 eine durchschnittliche Reduktion der CO2-Emissionen von jährlich 5 % bei den Pkw und anfänglich 3,5 % bei den SUVs und Pickups, für die damit bis 2022 ein etwas geringerer Anspannungsgrad gilt. Das trifft die deutschen Premiumhersteller und damit auch Daimler stärker als zum Beispiel die amerikanischen Hersteller. So können aufgrund einer weiterhin starken Nachfrage nach großen, leistungsstarken Motoren in den USA und auch in Kanada monetäre Strafen nicht ausgeschlossen werden. Auch in der EU bestehen Regelungen zum CO2-Ausstoß von Neufahrzeugen. Für 2015 wird für die gesamte europäische Neufahrzeugflotte ein CO2-Flottendurchschnittswert von 130 g CO2/km vorgeschrieben. Der relevante Grenzwert für Daimler hängt vom Portfolio der von uns in der Europäischen Union verkauften Fahrzeuge ab und wird vom Gewicht der Fahrzeuge abgeleitet. Darüber hinaus wird aktuell im EU-Parlament und im EU-Ministerrat ein Verordnungsvorschlag der EU-Kommission behandelt, der eine Verschärfung des Flottenziels auf 95 g CO2/km für das Jahr 2020 vorsieht. Bei einer Überschreitung der sich daraus ergebenden Daimler-Zielwerte wären Abgaben zu zahlen. Die chinesischen Behörden haben für 2015 einen Flottendurchschnittsverbrauch von 6,9 l/100 km (ca. 160 g CO2/km) als durchschnittliches Industrieziel für Neuwagen definiert. Aufgrund des noch nicht abgeschlossenen Gesetzgebungsverfahrens für 2015 besteht das Risiko, dass jedes Fahrzeug zwar im Durchschnitt seiner Flotte verrechnet wird, aber individuell mindestens die bisherigen Grenzwerte erreichen muss, was insbesondere hochmotorisierte Fahrzeuge vor eine große Herausforderung stellt. Sanktionen wurden noch nicht definiert. Für das Jahr 2020 wurde ein neues, sehr anspruchsvolles Ziel von 5,0 l/100 km (ca. 116 g CO2/km) vorgegeben; die konkrete Ausgestaltung dieses Ziels ist aber noch in der Diskussion. In zahlreichen weiteren Ländern existieren ähnliche Gesetze oder sind derzeit in Vorbereitung, z. B. in Japan, Südkorea, Indien, Kanada, Schweiz, Mexiko, Brasilien und Australien. Daimler berücksichtigt diese Zielvorgaben in den Produktplanungen. Die zunehmend anspruchsvollen Zielsetzungen erfordern signifikante Anteile von Plug-In-Hybriden oder anderen elektrifizierten Antrieben. Der Markterfolg dieser Antriebskonzepte wird maßgeblich vom regionalen Marktumfeld mitbestimmt, beispielsweise von Ladeinfrastruktur und Fördermaßnahmen. Da das Marktumfeld nicht sicher vorhergesagt werden kann, verbleibt ein Restrisiko. Auch für die Nutzfahrzeuge sind sehr anspruchsvolle CO2-Emissionsvorschriften geplant, die vor allem langfristig eine Herausforderung für das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans darstellen. Für die schweren Nutzfahrzeuge sind ebenfalls Gesetze zur Reduzierung von Treibhausgasen und Kraftstoffverbrauch verabschiedet worden oder befinden sich in der Diskussion. Wir müssen davon ausgehen, dass die gesetzlichen Vorgaben in einigen Ländern sehr schwer zu erfüllen sein werden. Zusätzlich zu Emissions-, Verbrauchs- und Sicherheitsbestimmungen nehmen in Städten und Ballungszentren der Europäischen Union und anderer Regionen der Welt verkehrspolitische Restriktionen zur Bekämpfung von Staus und Emissionen an Bedeutung zu. Drastische Maßnahmen wie generelle Zulassungsbeschränkungen, beispielsweise in Peking, Guangzhou und Shanghai, können die Absatzentwicklung insbesondere in den Wachstumsmärkten dämpfen. Daimler verfolgt daher ständig die Entwicklung der gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen und versucht, absehbare Anforderungen und langfristige Zielsetzungen bereits im Produktentstehungsprozess zu antizipieren. Die große Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, in jedem Markt das passende Antriebsportfolio und die passende Produktpalette anzubieten und dabei gleichzeitig Kundenwünsche, interne Wirtschaftlichkeitsziele und gesetzliche Vorgaben zu erfüllen.

Ab 2013 schreibt die EU die Verwendung eines neuen Kältemittels mit einem geringeren klimaschädlichen Potenzial vor. Bei sogenannten Real-Life-Tests Mitte 2012 hat Daimler eine höhere Entflammbarkeit festgestellt, als bisher angenommen. Aus diesem Grund ist Daimler mit Behörden auf deutscher und europäischer Ebene in konstruktiven Gesprächen, um gemeinsam mit Herstellern und Zulieferern mögliche Lösungsalternativen zu erarbeiten. Sollte uns dies nicht rechtzeitig gelingen, könnten sich negative Auswirkungen auf die Herstellungskosten der betroffenen Fahrzeuge infolge der Vornahme technischer Anpassungen sowie auf die Absatzentwicklung ergeben.

Beschaffungsmarktrisiken. Risiken auf der Beschaffungsseite ergeben sich für den Konzern insbesondere aus den Preisschwankungen bei Rohstoffen. Nach dem konjunkturell bedingten Rückgang der Rohstoffpreise Ende 2011 kehrte sich dieser Trend Anfang des Jahres 2012 um und führte zu einem Preisanstieg insbesondere im ersten Quartal. Im weiteren Jahresverlauf wurden die niedrigeren Rohmaterialnotierungen durch den Wertverlust des Euros kompensiert. Die Rohstoffpreisentwicklungen und -volatilitäten in den zurückliegenden drei Jahren sind auch Ausdruck der weltweit expansiven Geldpolitik sowie divergierender Konjunkturerwartungen für die Triademärkte und die Schwellenländer. Der Ausblick, wie sich die Preise auf den Rohstoffmärkten entwickeln, bleibt insbesondere angesichts der weiteren Entwicklung der Schuldenkrisen und des zunehmenden Einflusses durch institutionelle Kapitalanleger ungewiss. Letzterer drückt sich in verstärkter Nachfrage nach Rohmaterialinvestments aus und begründet dadurch eine hohe Preisvolatilität an den Rohstoffmärkten. Generell sind der Weitergabe der Rohstoff- und Materialverteuerungen über höhere Preise für die hergestellten Fahrzeuge aufgrund des ausgeprägten Konkurrenzdrucks auf den internationalen Automobilmärkten enge Grenzen gesetzt. Daimler begegnet den Risiken auf der Beschaffungsseite weiterhin mit einem gezielten Material- und Lieferantenrisikomanagement. Im Rahmen des Materialmanagements versuchen wir unter anderem, durch technologische Fortschritte die Abhängigkeiten von einzelnen Materialien zu reduzieren. Gegen die Volatilität bei Rohstoffpreisen sichern wir uns durch den Abschluss von Laufzeitverträgen ab, die kurzfristige Risiken für die Materialversorgung sowie Effekte aus den Preisschwankungen besser kalkulierbar machen. Darüber hinaus nutzen wir bei verschiedenen Metallen das Instrumentarium derivativer finanzieller Sicherungsgeschäfte. Das Lieferantenrisikomanagement zielt darauf ab, mögliche finanzielle Engpässe bei Lieferanten frühzeitig zu erkennen und geeignete Abwehrmaßnahmen einzuleiten. Auch nach den vergangenen Krisenjahren ist die Situation bei einigen Lieferanten aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks weiterhin angespannt. Dies hat dazu geführt, dass einzelne oder gemeinschaftliche Stützungsmaßnahmen seitens der Fahrzeughersteller notwendig wurden, um deren Produktion und Absatz sicherzustellen. Im Rahmen des Lieferantenrisikomanagements werden in Abhängigkeit von der internen Einstufung regelmäßige Berichtstermine für Lieferanten vereinbart, an denen wichtige Leistungskennziffern an Daimler berichtet und etwaige Stützungsmaßnahmen bestimmt werden.

Informationstechnische Risiken und unvorhersehbare Ereignisse. Die Produktions- und Geschäftsprozesse könnten auch durch unvorhersehbare Ereignisse, beispielsweise Naturkatastrophen oder terroristische Anschläge, gestört werden. Das Verbrauchervertrauen würde dadurch spürbar beeinträchtigt werden und es könnte zu Produktionsunterbrechungen infolge von Zulieferproblemen und verstärkten Sicherheitsmaßnahmen an den Landesgrenzen kommen. Bei der Abwicklung unserer Geschäftsprozesse spielt die Informationstechnologie eine entscheidende Rolle. Informationen zeitaktuell, vollständig und korrekt vorzuhalten und auszutauschen sowie voll funktionsfähige IT-Applikationen einsetzen zu können, ist für ein globales Unternehmen wie Daimler von zentraler Bedeutung. Risiken, die im Schadensfall eine Unterbrechung unserer Geschäftsprozesse aufgrund von IT-System-Ausfällen oder den Verlust oder die Verfälschung von Daten zur Folge haben könnten, werden deshalb über den gesamten Lebenszyklus der Applikationen und IT-Systeme hinweg identifiziert und bewertet. Daimler hat geeignete Maßnahmen definiert, damit Risiken vermieden und mögliche Schäden begrenzt werden können. Wir passen diese Maßnahmen laufend an sich verändernde Umstände an. Diese Aktivitäten sind in einen mehrstufigen IT-Risikomanagementprozess eingebettet. Zum Beispiel minimiert der Konzern potenzielle Störungen der betrieblichen Abläufe in den Rechenzentren durch Maßnahmen wie gespiegelte Datenbestände, dezentrale Datenhaltung, ausgelagerte Archivierung, Hochverfügbarkeitsrechner sowie entsprechende Notfallpläne. Um den wachsenden Anforderungen an Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten Rechnung zu tragen, betreiben wir zudem ein eigenes Risikomanagement für die Sicherheit von Informationen. Trotz aller ergriffenen Vorsichtsmaßnahmen können wir nicht vollständig ausschließen, dass Störungen in der Informationstechnologie auftreten und sich negativ auf unsere Geschäftsprozesse auswirken.

Reputation. Das Verhalten von Unternehmen in Fragen der Ethik und Nachhaltigkeit wird von der Öffentlichkeit verstärkt wahrgenommen. Dass das unternehmerische Handeln mit gesetzlichen und ethischen Regeln übereinstimmt, ist für den Konzern unerlässlich. Darüber hinaus verfolgen Kunden und Kapitalmärkte kritisch, wie das Unternehmen auf die technologischen Herausforderungen der Zukunft reagiert und wie es ihm gelingt, zeitgemäße und technologisch führende Produkte auf den Märkten anzubieten. Der sichere Umgang mit sensiblen Daten ist auch Voraussetzung dafür, die Geschäftsbeziehungen zu Kunden und Lieferanten in einem vertrauensvollen, partnerschaftlichen Umfeld zu betreiben. Der Konzern setzt umfassende Maßnahmenpakete ein, damit Risiken mit Wirkung auf die Reputation des Unternehmens geregelten internen Kontrollen unterliegen.

Spezifische Risiken im Personalbereich. Der Erfolg von Daimler ist wesentlich von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und deren Know-how abhängig. Der Wettbewerb um hoch qualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte ist in der Branche und in den Regionen, in denen wir tätig sind, nach wie vor sehr stark. Unser künftiger Erfolg hängt auch davon ab, inwiefern es uns gelingt, Führungskräfte, Ingenieure und anderes Fachpersonal einzustellen, zu integrieren und dauerhaft an das Unternehmen zu binden. Unsere Personalinstrumente berücksichtigen solche bestehenden Personalrisiken, tragen zu einer gezielten Nachwuchs- und Know-how-Sicherung bei und stellen gleichzeitig die Transparenz über unsere Ressourcen sicher. Ein Schwerpunkt unseres Personalmanagements liegt in der zielgerichteten Personalentwicklung und Weiterbildung unserer Belegschaft. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren dabei unter anderem von den Angeboten der Daimler Corporate Academy und der Transparenz, die durch das weltweit einheitliche Performance- und Potenzialmanagementsystem LEAD geschaffen wird.

Die demografische Entwicklung zwingt das Unternehmen zudem, mit den Veränderungen durch eine älter werdende Belegschaft umzugehen und einen qualifizierten Fach- und Führungskräftenachwuchs zu sichern. Dies adressieren wir durch Maßnahmen im Generationenmanagement. Darüber hinaus kann es im Rahmen von Tarifverhandlungen möglicherweise zu Auswirkungen auf die Produktion in Deutschland kommen.

Risiken im Zusammenhang mit Beteiligungen und Kooperationen sowie sonstige unternehmensspezifische Risiken. An den Risiken seiner Beteiligungen, zum Beispiel an denen der Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen in Wachstumsmärkten, partizipiert Daimler grundsätzlich entsprechend seiner jeweiligen Anteilsquote. Zur Realisierung zusätzlicher Wachstumschancen und auch vor dem Hintergrund zunehmender staatlicher Regulierungen, insbesondere in den Schwellenländern, gewinnt die Zusammenarbeit mit Partnern in Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) bzw. assoziierten Unternehmen an Bedeutung. Als Konsequenz gilt das auch für die daraus resultierenden Risiken. Der Konzern berücksichtigt assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen im Konzernabschluss nach der Equity-Methode. Faktoren, die die Profitabilität dieser Unternehmen negativ beeinflussen, belasten demnach anteilig das Konzernergebnis von Daimler. Zudem können negative wirtschaftliche Entwicklungen bei unseren Beteiligungen oder auch starke Rückgänge der Aktienkurse von börsennotierten Beteiligungen dazu führen, dass Beteiligungsbuchwerte erfolgswirksam abzuwerten sind. Sollte der Aufbau dieser Unternehmen in den für uns wichtigen Märkten scheitern oder sich verzögern, könnten zudem unsere Wachstumsziele beeinträchtigt werden. Auch die erfolgreiche Umsetzung von Kooperationen mit anderen Unternehmen ist für uns von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, Kostenvorteile zu realisieren und damit dem Wettbewerbsdruck in der Automobilindustrie zu begegnen.

Der Konzern ist auch Risiken ausgesetzt, da er Garantien begeben hat. So ist Daimler am Mauterhebungssystem in Deutschland beteiligt, das Autobahngebühren bei Nutzfahrzeugen mit mehr als 12 t zulässigem Gesamtgewicht erfasst. Der Betrieb des elektronischen Mauterhebungssystems erfolgt durch die Betreibergesellschaft Toll Collect GmbH, an der Daimler 45 % der Anteile hält und die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird. Zusätzlich zur Konsortialmitgliedschaft und zur Kapitalbeteiligung an der Toll Collect GmbH resultieren Risiken aus Garantien, die der Konzern für Verpflichtungen der Toll Collect GmbH gegenüber der Bundesrepublik Deutschland im Zusammenhang mit der Fertigstellung und dem Betrieb des Mautsystems übernommen hat. Eine Inanspruchnahme dieser Garantien könnte entstehen, falls technisch bedingt Mautgebühren ausfallen oder bestimmte vertraglich definierte Leistungsparameter nicht erfüllt werden, falls die Bundesrepublik Deutschland zusätzliche Aufrechnungen geltend macht oder falls die endgültige Betriebserlaubnis verweigert wird. Weitergehende Informationen zu den bedingten Verpflichtungen aus gewährten Garantien sowie zum elek–tronischen Mautsystem und zu den damit verbundenen Risiken können den Anmerkungen 28 (Rechtliche Verfahren) und 29 (Garantien und sonstige finanzielle Verpflichtungen) des Konzernanhangs entnommen werden.

Risiken im Zusammenhang mit den Pensionsplänen.
Daimler hat Pensionsverpflichtungen und in einem geringen Umfang Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorge–leistungen, die nicht vollständig durch Planvermögen gedeckt sind. Der Saldo aus Verpflichtungen abzüglich Planvermögen ergibt den Finanzierungsstatus für diese Versorgungspläne. Selbst geringe Änderungen der für die Bewertung der Versorgungspläne verwendeten Annahmen, im Besonderen die Absenkung der Diskontierungszinssätze, könnten den Barwert der Verpflichtungen ansteigen lassen. Der Marktwert der Planvermögen wird maßgeblich von der Lage auf den Kapitalmärkten bestimmt. Ungünstige Entwicklungen, vor allem bei Aktien und festverzinslichen Wertpapieren, könnten den Marktwert vermindern. Sowohl höhere Verpflichtungen als auch verminderte Planvermögen oder eine Kombination aus beidem würden den Finanzierungsstatus unserer Versorgungspläne negativ beeinflussen. Die Vermögen der Pensionsfonds beinhalteten zum 31. Dezember 2012 keine wesentlichen Anlagen in Anleihen von Ländern, die gegenwärtig von der europäischen Staatsschuldenkrise besonders betroffen sind. Geringere Erträge aus den Planvermögen könnten zudem die Netto-Aufwendungen im Zusammenhang mit diesen Versorgungsplänen in den Folgeperioden erhöhen. Weitere Informationen zu den Pensionsplänen finden sich in Anmerkung 22 des Konzernanhangs.