Zusagen bei Beendigung der Tätigkeit

Altersversorgung. Die Pensionsverträge der Vorstandsmitglieder enthalten teilweise Zusagen auf ein jährliches Ruhegehalt, das sich in Abhängigkeit von der Dauer der Vorstandstätigkeit als Prozentsatz der früheren Grundvergütung errechnet. Diese Pensionsansprüche wurden bis 2005 gewährt und blieben bestehen; sie wurden jedoch auf dem damaligen Niveau eingefroren.

Diese Ruhegehaltszahlungen beginnen auf Antrag als Altersleistung, wenn das Dienstverhältnis mit oder nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet, oder als Invalidenleistung, wenn das Dienstverhältnis aufgrund von Dienstunfähigkeit vor dem 60. Lebensjahr endet. Es erfolgt eine jährliche Erhöhung um 3,5 % (abweichend davon erfolgt für Wilfried Porth eine Anpassung gemäß den gesetzlichen Regelungen). Die Verträge enthalten eine Regelung, nach der bei Ableben eines Vorstandsmitglieds dem Ehepartner 60 % des jeweiligen Ruhegehalts zustehen. Der Betrag kann sich je nach Anzahl unterhaltspflichtiger Kinder um bis zu 30 Prozentpunkte erhöhen.

Mit Wirkung zum Beginn des Jahres 2006 wurden die Pensionsverträge der Vorstandsmitglieder auf ein neues Altersversorgungssystem, das sogenannte Pension Capital, umgestellt. Hierbei wird dem Vorstandsmitglied jährlich ein Kapitalbaustein gutgeschrieben. Dieser Kapitalbaustein setzt sich aus einem Beitrag in Höhe von 15 % der Summe der Grundvergütung und des zum Abschlussstichtag ermittelten gesamten Jahresbonus 2012 zusammen, multipliziert mit einem Altersfaktor, der einer Verzinsung von 6 % bis zum Jahr 2015, ab dem Jahr 2016 von 5 % entspricht (Wolfgang Bernhard und Wilfried Porth: durchgängig 5 %). Gemäß den bei der Daimler AG geltenden Regelungen werden Beiträge zur Altersversorgung bis zum Alter 60 gewährt. Der Pensionsplan kommt im Erlebensfall zur Auszahlung, wenn das Dienstverhältnis mit oder nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet, oder als Invalidenleistung, wenn das Dienstverhältnis aufgrund von Dienstunfähigkeit vor dem 60. Lebensjahr endet.

Das Unternehmen führte sowohl im Tarifbereich als auch für Leitende Führungskräfte für Neueintritte/Neuernennungen eine neue betriebliche Altersversorgung ein: den »Daimler Pensions Plan«. Das neue Altersversorgungssystem sieht wie bisher jährliche Beiträge durch das Unternehmen vor, ist in seiner Ausrichtung jedoch kapitalmarktorientiert, kombiniert mit einer Zusagegarantie des Unternehmens auf die eingezahlten Beiträge. Der Aufsichtsrat der Daimler AG hat dessen Übernahme für alle neu bestellten Vorstandsmitglieder (2012: Herr Troska) beschlossen.

Dem Vorstandsmitglied wird jährlich ein Beitrag gutgeschrieben. Dieser Beitrag errechnet sich aus 15 % der Summe der Grundvergütung und des zum Abschlussstichtag ermittelten gesamten Jahresbonus. Die Beitragszeit endet mit Beendigung des Dienstverhältnisses. Der Pensionsplan kommt im Erlebensfall zur Auszahlung, wenn das Dienstverhältnis mit oder nach Vollendung des 62. Lebensjahres endet, oder als Invalidenleistung, wenn das Dienstverhältnis aufgrund von Dienstunfähigkeit vor dem 62. Lebensjahr endet.

Die Auszahlung im Altersversorgungssystem des Pension Capital wie auch des Daimler Pensions Plan kann in drei Varianten erfolgen:

  • als Einmalbetrag;
  • in zwölf Jahresraten, wobei jeder Teilbetrag bis zur Auszahlung weiterverzinst wird;
  • als Rente mit oder ohne Hinterbliebenenversorgung, mit einer jährlichen Erhöhung (siehe oben).

Die Verträge enthalten Regelungen, nach denen bei Ableben des Vorstandsmitglieds vor Erreichen des altersbedingten Versorgungsfalls dem Ehepartner beziehungsweise den unterhaltspflichtigen Kindern beim Pension Capital der gesamte Zusagebetrag, beim Daimler Pensions Plan der erreichte Guthabenstand zuzüglich einem Aufschlag bis Alter 62 zusteht. Bei einem Ableben nach Eintritt des altersbedingten Versorgungsfalls sind im Falle der Auszahlungsvariante von zwölf Jahresraten die Erben bezugsberechtigt. Im Falle der Auszahlungsvariante Verrentung mit Hinterbliebenenversorgung stehen dem Ehepartner/eingetragenen Lebenspartner oder den unterhaltspflichtigen Kindern 60 % des Restbarwertes (Pension Capital) bzw. dem Ehepartner/eingetragenen Lebenspartner 60 % der Eigenrente (Daimler Pensions Plan) zu.

Ausscheidende Vorstandsmitglieder erhalten für den Zeitraum, beginnend nach dem Ende der ursprünglichen Vertragslaufzeit, Zahlungen in Höhe der im vorherigen Abschnitt beschriebenen Ruhegehaltszusagen und eine Fahrzeuggestellung, teilweise für einen definierten Zeitraum. Bei diesen bis zum Erreichen des 60. Lebensjahres gewährten, gegebenenfalls einer Anrechnung anderer Einkünfte unterliegenden Zahlungen kommen die zuvor beschriebenen Erhöhungsbeträge ebenfalls zur Anwendung.

Der Dienstzeitaufwand für die Pensionsverpflichtungen nach IFRS lag im Geschäftsjahr 2012 bei 2,4 Mio. € (2011: 2,2 Mio. €). Der Barwert der Gesamtverpflichtung (Defined Benefit Obligation) nach IFRS betrug zum 31. Dezember 2012 81,7 Mio. € (2011: 56,8 Mio. €). Unter Berücksichtigung von Lebensalter und Dienstjahren ergeben sich die in der Tabelle dargestellten individuellen Ansprüche, Dienstzeitaufwendungen und Barwerte. (Vgl. Tabelle 3.45)

Zusagen bei vorzeitiger Beendigung der Tätigkeit. Die Zahlung einer Abfindung an ein Vorstandsmitglied im Fall der vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses ist nicht vorgesehen. Allein für den Fall der vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses im gegenseitigen Einvernehmen enthalten die Vorstandsverträge eine Zusage auf Auszahlung der Grundvergütung und auf Gestellung eines Fahrzeugs bis zum Ende der ursprünglichen Vertragslaufzeit. Ein Anspruch auf die Auszahlung erfolgsbezogener Vergütungskomponenten besteht dagegen nur zeitanteilig bis zum Tag des Ausscheidens aus der Gesellschaft. Der Anspruch auf die Auszahlung der erfolgsbezogenen Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung orientiert sich an den festgelegten Ausübungsbedingungen der jeweiligen Pläne. Für den Fall der vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses im gegenseitigen Einvernehmen ist die Summe der vorstehend beschriebenen Zahlungen einschließlich Nebenleistungen, soweit diese der Regelung zum sogenannten Abfindungs-Cap des deutschen Corporate Governance Kodex unterliegen, begrenzt auf den zweifachen Wert der Jahresvergütung und beläuft sich maximal auf die Gesamtvergütung für die Restlaufzeit des Dienstvertrages.

Nebentätigkeiten der Vorstandsmitglieder. Die Vorstandsmitglieder sollen Vorstands- oder Aufsichtsratsmandate und/oder sonstige administrative oder ehrenamtliche Funktionen außerhalb des Unternehmens nur in begrenztem Umfang übernehmen. Zudem benötigen sie zur Aufnahme von Nebentätigkeiten die Zustimmung des Aufsichtsrats. So ist sichergestellt, dass weder der zeitliche Aufwand noch die dafür gewährte Vergütung zu einem Konflikt mit den Aufgaben für das Unternehmen führt. Soweit es sich bei den Nebentätigkeiten um Aufsichtsratsmandate oder Mandate in vergleichbaren Kontrollgremien handelt, sind diese im Jahresabschluss der Daimler AG aufgeführt, der im Internet veröffentlicht wird. Für die Übernahme von Mandaten in Konzerngesellschaften erfolgt keine Vergütung.

Kredite an Vorstandsmitglieder. Im Jahr 2012 wurden keine Vorschüsse oder Kredite an Vorstandsmitglieder der Daimler AG gewährt.

Vergütungen an ehemalige Vorstandsmitglieder der Daimler AG und ihre Hinterbliebenen. Die im Jahr 2012 gewährten Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder der Daimler AG und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 15,4 (i. V. 13,9) Mio. €. Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands sowie deren Hinterbliebene betrugen zum 31. Dezember 2012 insgesamt 225,9 (i. V. 195,9) Mio. €.

3.45

Individuelle Versorgungsansprüche, Dienstzeitaufwendungen und Barwerte
der Vorstandsmitglieder
 
   
Jährliches Ruhegehalt
(aus Regelung bis 2005) bei
Erreichen des
60. Lebensjahres

Dienstzeitaufwand
(für Ruhegehalt,
Pension Capital und
Daimler Pensions Plan)
Barwert der
Verpflichtungen
(für Ruhegehalt,
Pension Capital und
Daimler Pensions Plan)
€-Werte in Tausend      
     
Dr. Dieter Zetsche 2012 1.050 872 39.597
  2011 1.050 794 29.633
Dr. Wolfgang Bernhard 2012 265 1.494
  2011 234 715
Wilfried Porth 2012 156 156 6.472
  2011 156 140 4.303
Andreas Renschler 2012 250 309 10.243
  2011 250 278 7.067
Hubertus Troska 2012 5 2.227
  2011
Bodo Uebber 2012 275 510 9.974
  2011 275 461 6.439
Prof. Dr. Thomas Weber 2012 300 333 11.701
  2011 300 303 8.682
         
Summe 2012 2.031 2.450 81.708
  2011 2.031 2.210 56.839
Der Dienstzeitaufwand für Herrn Troska ergibt sich aus dem neuen Daimler Pensions Plan ab Vorstandsbestellung zum 13.12. 2012. Frau Dr. Hohmann-Dennhardt hat keinen Anspruch auf Versorgungsleistungen.